Die Harmonie in der Gemeinde (Spielort) zwischen Pfarrhof und Gemeindeamt gerät etwas aus dem Takt, als Pastor Sänfte wegen der längst fälligen Pfarrhofrenovierung anklopft. Die vom Bistum geforderte finanzielle Beteiligung der Gemeinde findet der Bürgermeister allerdings reichlich unverschämt, weshalb er äußerst schwerhörig reagiert. Um den Bürgermeister milde zu stimmen, hat Pastor Sänfte die kirchliche Trauung zwischen Stefan und Monika, einer Angestellten im Gemeindeamt, besonders ergreifend und feierlich gestaltet, was jedoch auch nicht den erforderlichen Sinneswandel bewirkte.
Überhaupt ist das Gemeindeamt für Monika, Lotta und Theresa der tägliche Umschlagplatz für sämtliche Neuigkeiten. Der Umgangston unter den Damen ist gelegentlich ländlich derb, aber nie beleidigend. Vera arbeitet ebenfalls wie Monika im Gemeindeamt, ist krankhaft neugierig und versucht deshalb sogar, Pastor Sänfte Beichtgeheimnisse zu entlocken. Lotta ist Mesnerin und zugleich des Pastors Haushälterin. Theresa ist Kellnerin im Wirtshaus, welches sich sehr zum Verdruss von Franz, dem Wirt, praktisch in Rufweite auf der anderen Straßenseite befindet. Das landwirtschaftliche Anwesen des Bürgermeisters grenzt direkt an das Gemeindehaus, weshalb kurze Abstecher in den Kuhstall während der Amtszeiten die Regel sind und der Bürgermeister auch in der Büro meist mit Stallkleidung und Raiffeisenkäppi unterwegs ist.
Außerdem ist der Bürgermeister einem Aufruf der Landesregierung gefolgt, an einem Wettbewerb für vorbildliche Gemeinden teilzunehmen, was mit dem Zustand der Dorfstraße keine Erfolgsaussichten verspricht. Zu allem Überfluss verschwindet auch noch die Gemeindekasse, was Anlass für wilde Spekulationen bietet. Als der Seelsorger der Bettelei überdrüssig wird, verkündet er schließlich im Gemeindeamt, auf den erhofften Zuschuss zu verzichten, da dieser, wenn überhaupt, nicht von Herzen kommt. Seltsamerweise ist die Gemeinde aber plötzlich ganz versessen darauf, einen möglichst hohen Beitrag beizusteuern. Zu guter Letzt taucht die verschollene Gemeindekasse auch wieder auf. Allein Theresa, die vielerfahrene, mit allen Wassern gewaschene Kellnerin, behält so halbwegs den Überblick und schmunzelt am Ende über die vielen langen Gesichter.
Anmerkung des Autors Felix Buchmair: Die Handung des Stücks soll auf keinen Fall eine Herabsetzung des Christlichen Glaubens und der katholischen Bräuche sein. Ich bin gläubiger Christ, sehe aber in dem Ablauf keinen Widerspruch zu meinem Glauben. Zudem habe ich das Ganze in groben Zügen mit dem Pfarrbüro besprochen, welches absolut nichts einzuwenden hatte.
Stefan
Bürgermeister, ca. 30 – 40 Jahre (89 Einsätze)
Monika
seine frisch angetraute Frau und Verwaltungsangestellte, ca. 30 Jahre (102)
Vera
Verwaltungsangestellte, ca. 40 – 50 Jahre (99)
Sänfte
Pastor, ca. 30 – 60 Jahre (92)
Franz
Wirt, ca. 50 Jahre (61)
Theresa
Kellnerin, ca. 30 – 40 Jahre (57)
Lotta
Mesnerin und Haushälterin des Pastors, ca. 30 – 50 Jahre (87)
Schlichte GemeindeBüro mit, wenn möglich, zwei Türen und einem Fenster. Die zweite Tür ist aber nicht zwingend erforderlich.
Besetzung:4w 3m Zeit:Gegenwart Spielzeit:ca. 90 Min. Erschienen bei:Wilhelm-Köhler-Verlag, Rauschbergstr. 3a, 81825 München Link zum Verlag:www.wilhelm-koehler-verlag.de E-Mail:office@wilhelm-koehler-verlag.de