Rotwein, Dating-Shows und eine kräftige Portion Selbstmitleid – das sind die Attribute, mit denen sich das Leben des ehemals so erfolgreichen, alternden Künstlers Jasper Morel beschreiben lässt. Und das bereits, seit seine Frau Bessi vor Jahren so plötzlich verstorben ist, und die ihm noch heute in seinen Tagträumen erscheint. Umso eigenwilliger scheint da die Idee von Sohn Philip, Ariana, eine künstliche Haushaltshilfe, an ihm testen zu lassen.
Bei Erfolg winkt immerhin eine kräftige Prämie und damit die Lösung aus der drohenden Altersarmut. Doch Ariana scheint so perfekt, dass sie Jasper schnell an dessen nervliche Belastungsgrenze führt. Besonders, weil mit Cosima, aus der Wohnung über ihm auch die Liebe zurückkehren möchte. Aber die muss nun wohl erst mal an Ariana vorbei …
7 Rollen: 5w 2m oder 4w 3m, davon 1w 1m gut geeignet für Senioren
Jasper (171)
Seit dem Tod seiner Frau lethargischer, hadernder, älterer Witwer. Er ist Künstler (Maler).
Philip (114)
Fürsorglicher Sohn von Jasper mit stets guten Absichten. Versicherungskaufmann.
Eveline (87)
Schwiegertochter von Jasper.
Cosima (51)
Gleichaltrige Nachbarin von Jasper mit Ambitionen.
Ariana (54)
Humanoide Roboterin, die als solche in verblüffender Weise für Außenstehende nicht erkennbar ist. Für das eingeweihte Publikum schon.
Dr. Inga van Wermutshofen (48) (kann auch männlich besetzt werden)
Wissenschaftlerin des auf künstliche Intelligenz spezialisierten Unternehmens „Pixel and Robotic Cooperation – Limitited Liability Company Assosiation and Investigation of intelligence“.
Bessi (43)
Die verstorbene Ehefrau von Jasper, die ihm immer wieder in seinen Tagträumen erscheint und sich nichts sehnlicher wünscht, als ihren Jasper wieder glücklich zu sehen.
… und zwei männliche und zwei weibliche Stimmen aus dem Off
Vorbemerkung
Die verstorbene Bessi „erscheint“ und „verschwindet“ Jasper in seinen Tagträumen aus den verschiedensten Ecken: Mal kommt sie aus einem Bild, mal aus einem Schrank und mal aus einem der Abgänge. Ihre gewählten Auf- und Abgänge sind
also nicht zwingend, sie können auch geändert werden. Denn Bessi weilt ohnehin nicht mehr unter den Lebenden. Sie sollte die Bühne also sogar möglichst nicht dort wieder verlassen, wo sie sie betreten hat. So unterstreicht sie ihr
Privileg, das man nur als unsichtbare Tagtraum-Erscheinung aus der Erinnerung haben kann.
Sie ist, weil sie nicht mehr unter den Lebenden weilt, zwar für das Publikum und für Jasper, nicht aber für die anderen Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Bühne zu sehen! Das heißt, wird von ihnen während des gesamten Stücks - außer von Jasper - auch nicht angesehen, sondern wie eine nicht vorhandene Person völlig ignoriert! Wenn sie mit den Schauspielerinnen und Schauspielern interagiert, merken dies die Schauspieler nicht, was entsprechend geprobt werden sollte.
Die Bühne stellt zu Beginn des Stücks die ganze Trostlosigkeit von Jaspers Dasein dar. An der hinteren Wand links befindet sich die Eingangstür. Rechts daneben drei große Bilder, von denen ein Bild zu öffnen ist wie eine Tür. Die Bilder darauf sind schwarz-weiß gemalt mit undefinierbaren Wesen mit schlitzartigen Augen, schwarzen Bäumen, dunklen Wolken und angedeuteten Händen mit langen Fingern, die etwas zu greifen scheinen, o.ä.
Die Bilder sollten Dunkelheit und Trostlosigkeit ausdrücken. Ein etwas kleineres Bild der Bessi, seiner verstorbenen Frau, hängt als Porträt an einer der Wände. Ebenfalls sichtbar hängt ein Kalender an der Wand. Zu sehen ist das Kalenderblatt mit der Aufschrift „Montag – 2. April“. An der linken Wand vorne die Tür zur Küche, dahinter ein kleines Fenster. Im hinteren Bereich der Bühne ein kleiner Tisch mit zwei Stühlen. Auf der Bühne hinten rechts eine mit der Rückseite zum Publikum gewandte Staffelei, auf der ein Bild steht, das vom Publikum aus nicht zu sehen ist.
An der rechten Wand hinten die Tür zum Bad, an der rechten Wand vorne die Tür zum Schlafzimmer. Zwischen diesen beiden Abgängen ebenfalls an der rechten Bühnenwand ein Schrank, der anstelle einer Rückwand einen schwarzen Vorhang zum Bühnen Auf- und Abgang enthält, so dass Bessi durch diesen bei geschlossener Schranktür von hinten auf die Bühne gelangen kann. Auf der Bühne befindet sich ein kleines Sofa, zwei Couchsessel und ein kleiner Couchtisch. Über dem rechten Couchsessel hängt ein Bademantel. Insgesamt ist die Bühne von Unordnung geprägt. Weinflaschen, Kartons, eine Pizzaschachtel und anderer Unrat steht und liegt überall herum.
Hinweis
Da in einer Szenenfolge die Bühne mit zusätzlichen Utensilien ausgestattet wird, die kurz darauf wieder verschwinden, werden mindestens zwei Akteure des Bühnenbaus benötigt, die diese im Stück beschriebenen Utensilien nicht hektisch,
jedoch zügig auf- und wieder abräumen, was ebenfalls geprobt werden sollte.
Besetzung:5w 2m alternativ 4w 3m, davon 1w 1m gut geeignet für Senioren Zeit:Gegenwart Spielzeit:ca. 95 Minuten Erschienen bei:Plausus Theaterverlag, Kasernenstr. 56, 53111 Bonn Link zum Verlag:www.plausus.de E-Mail:info@plausus.de