Anke und Claas Herberger bewirtschaften zusammen mit Tochter Marie und Knecht Hinnerk einen abgelegenen Bauernhof. Um der Einöde etwas zu entfliehen und sich auch ein wenig Geld hinzu zu verdienen, haben Anke und Marie beschlossen, Zimmer an Feriengäste zu vermieten.
Claas und Hinnerk sind aber felsenfest davon überzeugt, dass es keinen Urlaubsgast geben wird, der bereit ist, Geld dafür zu zahlen, dass er im „Agrarhotel Herbergerhoff“ seinen Urlaub verbringen darf. Hinnerk ist sich so sicher, dass er mit Marie sogar eine Wette abschließt, die ziemlich dumm für ihn ausgehen könnte.
Plötzlich herrscht helle Aufregung auf dem Hof, als sich ein Ehepaar angemeldet hat: Thekla und Dietmar Döttelhoff. Nun muss alles flott gehen: Die Frauen hängen noch schnell ein schönes Willkommensschild über dem Hauseingang auf, bereiten einen Imbiss vor und ziehen ihre schönsten Kleider an. Die Männer hingegen bleiben in dreckiger Arbeitskleidung. Bei Thekla kommen die beiden urigen Stallburschen jedoch besonders gut an.
Sehr zur Enttäuschung der Männer bleiben die Döttelhoffs und scheinen auch insgesamt sehr zufrieden zu sein. In vollen Zügen genießen sie ihren Urlaub, lassen sich von Herbergers Ausflugstipps geben, gehen ins örtliche Theater und verbringen auch lustige Abende in der Gastwirtschaft. Alles scheint in bester Ordnung, doch dann zeigen die Döttelhoffs ihr wahres Gesicht. Sie kündigen an, frühzeitig abzureisen, haben im Nachhinein an allem etwas auszusetzen, weigern sich deshalb, ihren Urlaub zu bezahlen und verlangen sogar noch Schadenersatz für entgangene Urlaubsfreuden von den Herbergers.
Jetzt ist guter Rat teuer. Nichts bezahlt zu kommen, ist eine Sache, aber auch noch etwas dafür zu bezahlen, ist für Herbergers einfach zu viel. Es kommt zu einer Gerichtsverhandlung. Ob aber auch Richter Gnatzel beim anberaumten Ortstermin mitspielt, muss sich erst noch erweisen. Der Richter kommt so gar nicht mit der aufdringlichen Art der Döttelhoffs und deren Anwalt zurecht. Aber ob das reicht, dass die Herbergers zu ihrem Recht kommen...?
Und dann ist da auch noch die Wette zwischen Hinnerk und Marie. Muss er schon mal üben, wie mit Schürze und Kopftuch Frühstück serviert wird? Oder muss Marie die alten, muffigen Gummistiefel von Hinnerk anziehen und den Schweinestall eine Woche lang ausmisten? Auch darüber entscheidet letztlich Richter Gnatzel...
Claas Herberger
Bauer, ca. 50 – 60 Jahre
Anke Herberger
Bäuerin, ca. 50 – 60 Jahre
Marie Herberger
deren Tochter, ca. 20 – 30 Jahre
Hinnerk
Knecht, Alter beliebig
Dietmar Döttelhoff
Urlaubsgast, ca. 30 – 60 Jahre
Thekla Döttelhoff
seine Frau, Alter angepasst
Amtsrichter Gnatzel
Richter, ca. 40 – 60 Jahre
Frollein Spitzer
Gerichtsschreiberin, ca. 40 – 60 Jahre
Dr. Malte van Gröönbarg
Anwalt, Alter beliebig
Freie Gegend vor einem Bauernhaus. Rechts ist der Stall zu sehen, der mit dem Haus verbunden ist; in der Ecke zwischen Haus und Stall steht ein Tisch.
Links befindet sich ein Misthaufen mit einer Ummauerung und einem Brett, damit die Nutzung mit einer Schubkarre möglich ist.
Links führt der Weg hinter das Haus, in der Mitte befindet sich eine Tür ins Haus und rechts eine Tür in den Stall.
Besetzung:4w 5m Zeit:Gegenwart Spielzeit:ca. 90 Min. Erschienen bei:Wilhelm-Köhler-Verlag, Ungererstraße 35, 80805 München E-Mail:office@wilhelm-koehler-verlag.de