Diesmal hat Theo wohl übertrieben - und das sieht man auch! Denn schon gleich zu Beginn wird klar: sein letzter Vorhang muss heftig gewesen sein.
Deshalb wüsste er zu gern, wer ihn mit diesem heimtückischen Mord so abrupt aus dem Leben gerissen hat. - Und so erscheint er immer wieder inmitten einer nach und nach eintrudelnden, illustren Gesellschaft, die sich ab jetzt zusammen mit Kommissarin Pahlke in dieser wirklich furchtbar zugerichteten Wohnung tummelt.
Und diese Gesellschaft hat es in sich, denn praktisch jede und jeder könnte es gewesen sein! Da wäre seine Angebetete Sharonda, seine Ex-Frau Marla, die Schamanin Mafalda aus dem Biergarten, und auch die Bestatter scheinen nicht so ganz ohne.
Die Labertasche von schräg gegenüber, Goethe, wird es aber nicht gewesen sein. – Aber weiß man‘s? Der Clou dabei: Diese Herrschaften können Theos immer wieder plötzliches Erscheinen weder sehen noch hören. Das gilt sowohl für seine markigen Kommentare und Lästereien als auch für seine eigenen Ermittlungen und die lustigen Kämpfe mit manch prominentem Artgenossen.
Genießen Sie es, heute einfach mal Mäuschen zu spielen. - Und freuen Sie sich nicht nur auf die Verdächtigen, sondern auch sonst auf so manch lustige „Erscheinung“!
Theo Kampmann, oder besser: Der Tote (81)
Noch-Ehemann der Marla und Lebemann durch und durch. Leider ist er tot und das ganz offensichtlich durch Fremdeinwirkung. Das kuriose daran: Er ist „noch nicht so ganz“ abwesend! - Nur leider eben für die Lebenden weder hör- noch sichtbar. Aber für das Publikum, dem er immer wieder mal „hier und da erscheint“! (siehe „Hinweis“ S. 3) Theo ist weiß gekleidet, seine Augen sind rot unterlaufen, so dass er als „Erscheinung“ für das Publikum erkennbar ist.
Marla Kampmann (208)
Noch-Ehefrau des Toten. Eigentlich war ihr Besuch nur zur Besprechung des Wohnungsverkaufs mit Theo gedacht. Nun findet sie sich in einem mutmaßlichen Mordkomplott wieder. Und erscheint selbst verdächtig.
Fide Goethe (genannt „Goethe“) (68)
Nachbar. Im Bademantel und Hausschuhen bekleidet bezieht er sein Wissen im Wesentlichen aus der medialen Kriminalfilmerfahrung.
Kriminalkommissarin Pahlke (60) (auch mit männlicher Besetzung möglich)
Mit der Aufklärung der Geschehnisse im Hause Kampmann beauftragt und ermittelnd. Vermutlich die Herausforderung ihrer beruflichen Karriere. Auch nervlich.
Horst Zittlau (87) (auch mit weiblicher Besetzung möglich)
Pflichtbewusster Bestatter der Firma Grube, mit Vorliebe für den Polizeifunk.
Clara (25) (auch mit männlicher Besetzung möglich)
Kollegin des Horst Zittlau, für die vor allem ihre Begegnung mit der Schamanin Mafalda zu einem bewusstseinserweiternden Erlebnis werden soll)
Mafalda (76) (auch mit männlicher Besetzung möglich)
Schamanin. Hat ihr sehr spezielles „Handwerk“ bei den Bergvölkern Perus gelernt und lebt in Einheit mit ihren Alpakas als zentrales Medium. Sie sollte durch alternative Fellkleidung (ähnlich wie bei Indianern) als Schamanin erkennbar sein. Zu Beginn ihres Auftritts trägt sie einen Tierkopf auf ihrer Schädeldecke.
Sharonda von Hogenschliepbach (69)
Modebewusste Dame von Welt. Ihre Ehen sind gescheitert, allerdings für sie nicht finanziell. Sie war zuletzt mit Theo liiert.
… und 2 Stimmen (w +m) aus dem Off
Das Wohnzimmer des Theo Kampmann, martialisch zugerichtet und von Blut übersät nach einem sichtlich außer Kontrolle geratenen Wutausbruch.
An der linken Bühnenwand mittig und im rechten Winkel zur Bühnenwand stehend eine kleine, sogenannte „spanische Wand“. Dahinter, von der spanischen Wand verdeckt und daher für das Publikum nicht sichtbar, an der linken Wand ein Bühnenabgang, über den Theo die Bühne hinter der spanischen Wand verlassen und woanders wieder betreten kann. Oben über dem Rand der spanischen Wand hängt ein Satinnachthemd.
Vorne links, vor der spanischen Wand an der linken Bühnenwand, ein Abgang zur Küche.
An der hinteren Wand links der Eingang aus dem Flur.
Der Zutritt von außen erfolgt in der Regel von links und dann durch den Eingang auf die Bühne. Hinter dem Abgang nach rechts (nur angedeutet) der Abgang zum Keller. Von rechts und dann durch den Eingang wird die Bühne also nur von Goethe betreten und verlassen, der in den Keller abgeht und aus dem Keller kommt.
Rechts neben dem Abgang nach hinten ein in etwa körpergroßes Bild, das sich wie eine Tür öffnen lässt oder so zerrissen ist, dass das Bild als Zu- und Abgang genutzt werden kann. Das Bild zeigt den darauf selbstverliebt posierenden Theo, es ist jedoch völlig durch Vandalismus zerstört, d. h. ein großer Riss zieht sich durch das ganze Bild.
Rechts daneben ein kleines Fenster mit einer kleinen Fensterbank (Fensterbrett) davor, auf dem verschiedene Bilder aufgestellt sind. Rechts daneben hängt ein kleines Bild, das robust sein sollte, weil es im Laufe des Stückes durch Manipulation, ausgelöst hinter der Bühnenwand, herunterfällt.
An der Bühnenwand hinten befindet sich an einer der freien Stellen ein Erste-Hilfe-Kasten mit einer Aufschrift „Erste Hilfe“ oder mit einem roten Kreuz. Dieser Kasten ist so präpariert, dass darin ein kleiner Flachmann stehen kann. Ansonsten ist die Rückwand hinter der geöffneten Tür des Schränkchens offen, so dass „Theo“ von hinten durch die Bühnenwand hindurchsehen und so sein Gesicht für das Publikum sichtbar im Kästchen zeigen kann, sobald es geöffnet ist.
An der Wand hinten rechts ein Abgang zum Bad. An der Wand vorne rechts ein Abgang zum Schlafzimmer. Zwischen diesen beiden Abgängen, ebenfalls an der rechten Bühnenwand, ein Schrank, der anstelle einer Rückwand einen schwarzen Vorhang zum Bühnenzu- und abgang enthält, so dass ein Schauspieler durch diesen bei geschlossener Schranktür von hinten auf die Bühne gelangen kann. Ebenfalls an der rechten Bühnenwand lehnt schräg eine kleine Stehlampe mit „blutbeschmiertem Lampenschirm“, deren echtes Kabel für das Publikum nicht sichtbar unter dem Teppich und durch die Bühnenwand verläuft. Ein scheinbares Stromkabel führt in eine künstliche Steckdose (um ein unkontrolliert wie scheinbar von selbst erfolgendes Ein- und Ausschalten zu simulieren, das in Wahrheit von jemandem hinter der Bühnenwand erfolgt) .
Auf der Bühne vorne rechts zum Publikum ein kleines, hohes Tischchen mit einem Festnetztelefon darauf.
In der Mitte steht ein kleiner Couchtisch, auf dem zwei robuste Gläser oder Becher stehen sowie eine Champagnerflasche oder anderweitige Gegenstände, die beim Herunterfallen nicht zerbersten können. Dahinter quer eine kleine Couch, deren Bezug zerrissen und von Blut übersät ist. Rechts vom Tisch ein kleiner, bequem wirkender Sessel, links ebenfalls ein kleines Sitzelement (kleiner Stuhl oder Sessel). Der Sessel rechts ist auf die Seite gekippt und mit Blut befleckt. Aus seiner Rücklehne schaut ein Golfschläger heraus.
Auf dem Boden liegt ein heller Läufer, der mit Blut befleckt ist.
In der linken Bühnenwand steckt ein Beil, als sei es dort hineingeworfen worden. Vorne, kurz vor dem Ende der Bühne zum Publikum, liegt ein Kerzenständer auf dem Boden. Die Kerzen sind auf dem Boden zum Bühnenrand verteilt.
Auf der Bühne vorne links zum Publikum ein kleines, hohes Tischchen, auf dem eine robuste Vase steht, die beim Herunterfallen nicht zerbersten kann, mit (künstlichen) Blumen darin.
Auf der Bühne kann an beliebiger Stelle noch ein rot-weißes Polizeiabsperrband gespannt sein, das einen beliebigen Teil der Bühne absperrt.
An einer beliebigen Stelle auf dem Fußboden liegt eine Pendelkette.
Hinweis:
Der ermordete Theo „erscheint“ und „verschwindet“ aus den verschiedensten Ecken: Mal kommt er aus einem Bild, mal aus einem Schrank und mal sitzt er sogar im Publikum! Seine gewählten Auf- und Abgänge sind also nicht zwingend, sie können auch geändert werden. Denn Theo weilt ohnehin nicht mehr unter den Lebenden. Er sollte die Bühne also sogar möglichst nicht dort wieder verlassen, wo er sie betreten hat. So unterstreicht er sein Privileg, das man nur als unsichtbare Erscheinung haben kann.
Er ist, weil er nicht mehr unter den Lebenden weilt, zwar für das Publikum, nicht aber für die anderen Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Bühne zu sehen! Das heißt, er wird von ihnen während des gesamten Stücks auch nicht angesehen, sondern als für sie nicht vorhandene Person völlig ignoriert!Wenn er mit den Schauspielerinnen und Schauspielern interagiert, merken dies die Schauspieler nicht, was entsprechend geprobt werden sollte. Würgt er z. B. Marla kurz aus Wut, legt er seine Hände entsprechend locker um ihren Hals und mimt seine Anstrengung, wohingegen nicht einmal seine Anwesenheit für Marla wahrgenommen wird.
Spielort:
Es wird im Stück auf Hamburg verwiesen, der Spielort kann aber beliebig angepasst werden.
Hinweis:
Musikeinspielungen sind nur optional. Für eventuelle GEMA-Pflicht ist die Theatergruppe selbst verantwortlich.
Besetzung:5w 3m Zeit:Gegenwart Spielzeit:ca. 120 Minuten Erschienen bei:Plausus Theaterverlag, Kasernenstr. 56, 53111 Bonn Link zum Verlag:www.plausus.de E-Mail:info@plausus.de