Eine Sensation bahnt sich an! Olaf van der Heide erhält einen Anruf vom Management des weltberühmten und in New York lebenden Aktionskünstlers Miroslav Murks. Dieser stiftet überraschend sein neuestes Kunstwerk „Entfremdung“ seiner Heimatstadt, welches auch bereits auf dem Weg zum Museum ist.
In hektischer Betriebsamkeit wird das Hausmeisterehepaar Rosi und Peter Zaletzki noch am späten Abend mit der Herrichtung des großen Galerieraums beauftragt. Als die beiden jedoch die Nachricht erhalten, dass ihre Tochter ins Krankenhaus gekommen ist und damit die Geburt des ersten Enkelkindes bevorsteht, verlassen sie überstürzt das Museum und lassen die Unordnung der Renovierung zurück.
Museumsleiterin Fiona Nöötpickel und die Kunstkritikerin Charlotte Bitterhehn vermuten bei einem Rundgang fälschlicherweise, das Renovierungschaos sei das neue Werk und informieren darüber voll Euphorie die Kunstwelt. Von da ab herrscht pure Konfusion: Der „falsche Murks“ wird nachts geraubt – der „echte Murks“ wird geliefert und als Müll im Container entsorgt.
Während Olaf, Charlotte und Fiona versuchen, mit eigenen Materialen das „falsche“ Kunstwerk nachzustellen, taucht Miroslav persönlich auf, der aber übereilt mittels K.O.-Tropfen aus dem Verkehr gezogen wird. Als Olaf feststellt, dass der „echte Murks“ entsorgt wurde, trifft die Nachricht ein, dass Miroslav für den „falschen Murks“ mit dem begehrten Künstlerpreis „Golden Tinnef“ geehrt werden soll.
Ein Fiasko, das nur eine Feststellung zulässt: Es ist keine Kunst, Kunst zu machen... sondern, dass Kunst als Kunst gehandelt wird – das ist Kunst.
Olaf van de Heide (135)
Museums,- und Galeriemitarbeiter, trägt überladen protzigen Goldschmuck an den Fingern, extravagante Kleidung, ist geschmeidig und elegant in seinen Bewegungen. Alter 30 – 50 Jahre.
Fiona Nöötpickel (100)
Museums- und Galerieleiterin, elegante Erscheinung. Alter 30 – 60 Jahre.
Klarissa van Stoltenfels (71)
Teuer, aber unpassend jugendlich gekleidet, schmuckbehangen und mit Designerhandtasche. Herrisches Auftreten. Alter 50 – 70 Jahre.
Gigi Santana (39)
Gekleidet wie ein überzogener Gigolo, z. B. enge, weiße Hose, weit geöffnetes Hemd mit Blick auf schwere Panzergoldkette, spricht mit italienischem Akzent, machomäßig und selbstverliebt. Alter 25 – 40 Jahre.
Charlotte Bitterhehn (110)
Kunstkritikerin und Vorsitzende des Komitees der Akademie für innovative Objektkunst, elegante Erscheinung, selbstsicheres Auftreten. Alter 30 – 60 Jahre.
Peter Zaletzki (76)
Im Outfit eines Hausmeisters, bodenständiges Auftreten. Alter 40 – 60 Jahre.
Rosi Zaletzki (64)
Im Outfit einer Reinigungskraft, bodenständiges Auftreten. Alter 40 – 60 Jahre.
Miroslav Murks (90)
Künstler, ungepflegte Erscheinung, lethargisches Auftreten. Alter 40 – 60 Jahre.
Statisten
Schorsch (2)
Museumshelfer für den Auf- und Abbau der Installationen
Zweiter Helfer/in
ohne Text
Das Bühnenbild stellt einen Ausstellungsraum der Galerie dar. Die Lage der Auf- und Abgänge erklärt sich aus der Sichtweise des Publikums. Die hintere Wand ist durchgängig weiß. Sie hat weder Türen noch Fenster, lediglich ein Bild hängt daran – es heißt „Metamorphosisches Plasma in Schwarz“ und zeigt eine komplett schwarze Fläche.
Etwas seitlich ist ein Schild mit dem Titel und dem Künstlernamen „Cosmo Jones“ angebracht. Zur rechten und zur linken Seite befinden sich zwei weitere Wände. Sie sind ebenfalls weiß und können, je nach Möglichkeit der Bühne, gerade oder angewinkelt stehen. Sie sollten jedoch zwischen der hinteren Wand jeweils einen Durchgang lassen. Der linke führt zur weiteren Galerie, der rechte zum Übergang ins Museum.
Zum 1. Akt können sich noch ein paar weitere, sehr gerne obskure und skurrile „Kunstwerke“ auf der Bühne befinden – an den Wänden, auf dem Boden drapiert oder auf weißen Säulen in Sichthöhe. Allerdings sollte die Bühne damit nicht überladen werden, damit es noch einen Ausstellungscharakter hat.
Zum 1. Akt wird ein kleiner Schreibtisch in die linke Bühnenhälfte gestellt, mit einer Sitzmöglichkeit. An der linken Wand zunächst ein Porträt von Cosmo Jones (hierzu kann irgendein Porträt gewählt werden), dann ein großes Porträt von Miroslav Murks. Auf dem Schreibtisch liegen Utensilien, um Autogramme geben zu können. Auch Bücher oder Plakate, wenn möglich, zum Signieren. Ansonsten befindet sich nur noch das „jeweilige Kunstwerk“ von Murks an der mittigen Wand der Bühne.
Weitere Requisiten:
2 Klappleitern
2 Putzeimer mit Wischmopp
2 Thermoskannen und zwei große Tassen
2 Tupperdosen mit Salamibroten
2 Gläser Gurken
1 Flasche Whisky (mit Tee gefüllt)
1 Schubkarre
Mehrere Kartons – die erste Ladung muss sich von der zweiten optisch unterscheiden
1 Rollcontainer
1 Porträt von Miroslav – 1 Porträt von Cosmo Jones (wer auch immer das sein mag…!)
1 selbstkreierter Kunstpreis mit dem Namen „Goldener Tinnef
Besetzung:4w 4m Zeit:Gegenwart Spielzeit:ca. 120 Minuten Erschienen bei:Plausus Theaterverlag, Kasernenstr. 56, 53111 Bonn Link zum Verlag:www.plausus.de E-Mail:info@plausus.de