Es gibt sie auf vielen kleinen und größeren Dörfern. Die kleinen Autowerkstätten mit angegliederter Tankstelle. Oft sind diese Tankstellen fast schon so etwas wie „Minikneipen“. Es gibt einen Schankraum, einen Kiosk und nicht selten trifft man dort tagsüber ein paar Rentner, die sich zum Kartenspiel treffen. So ein „Ort der Begegnung“ ist auch „Jo’s Werkstatt und Tankstelle“.
Wir schreiben Montag, den 15. August und Jo ist sauer. Drei Kilometer weiter, im (katholischen) Nachbarort Oberhörne, ist Feiertag, während in (Jo’s) Niederhörne ein ganz normaler Arbeitstag beginnt. (Beispiel für eine ähnliche Konstellation gibt es in ganz Deutschland in verschiedenen Regionen. Feiertag könnte auch Fronleichnam -mit anderem Datum- sein.) Dieser Umstand ist Grund genug für Jo, den ganzen Tag zu „granteln“.
Nun kommt es an diesem Tag aber auch besonders dick für ihn. Ein ‚Notfall’ nach dem andern setzt ihm gehörig zu. Ein Ehepaar auf dem Weg in den Urlaub bleibt mit einer Reifenpanne in der Nähe seiner Werkstatt liegen. Es stellt sich heraus, dass nicht nur der Wagen, sondern auch die Ehe der beiden etwas ‚reparaturbedürftig’ ist.
Ein junges Pärchen taucht auf, das die Benzinrechnung nicht bezahlen kann, woderauf ‚sie’ ‚ihn’ als Pfand bei Jo zurück lässt und Geld besorgen will. Doch der gute Jo scheint auf seinem Pfand sitzenzubleiben…
Ein ‚Rocker’ wartet voller Ungeduld auf die Reparatur seines zweirädrigen ‚Lieblings’. Eine Ministerin hat auf der Fahrt zu einer Wahlveranstaltung Probleme mit ihrem Dienstwagen und bittet Jo um Hilfe. Dieser wiederum möchte sie dazu überreden, sich doch bei der Gemeinde für seinen geplanten Werkstattanbau einzusetzen.
‚Hey Jo’ lebt weniger von einem ‚roten Faden’ im Stück, als vielmehr von der Ansammlung unterschiedlichster (und manchmal doch so ähnlicher) Charaktere. Das ‚Schicksal’ führt diese Menschen in Jo’s Werkstatt. Die meisten von ihnen werden sich wahrscheinlich nach diesem Tag nie mehr begegnen. Einige aber werden sich selbst mit anderen Augen sehen...
Joachim ‚Jo’ Reemenkiel
Anfang vierzig, Automechaniker
Sonja Reemenkiel
ungefähr gleichaltrig, Jo’s Frau
Gertrud
Anfang bis Mitte vierzig, auf dem Weg in den Urlaub
Herbert
im gleichen Alter, Gertruds Mann
Peter
19 Jahre, Motorradliebhaber
Andi
Student
Babsi
Andis Freundin
Dorothea Swattmüller-Wittmeier
Mitte fünfzig, Ministerin des Landes
Links der Eingang zum Wohnhaus der Reemenkiels. Gleichzeitig der Hintereingang zum Kassenraum der Tankstelle.
Vor dem Haus zwei kleine Tische mit Stühlen. Auf einem Tisch: Schreibmaschine (oder PC) und Papiere. Ein Zugang zur Tankstelle.
Rechts die Werkstatt mit Tür und Fenster. In der Mitte der Bühne eventuell noch eine kleine Bank. Hinter der Werkstatt noch ein Zugang zum Hof.
Vor der Werkstatt ein Sammelsurium von Autoersatzteilen etc. Optimal wäre ein altes Auto auf der Bühne. Da dieses sicher schwer zu realisieren ist, könnte hilfsweise die Front eines Autos auf den Bühnenhintergrund gezeichnet werden. Darunter könnte zwischen den Voderderreifen eine Lücke ausgesägt bzw. ausgeschnitten werden, in die Jo am Anfang des Stückes hineinrutscht und Reparaturarbeiten vortäuscht.
Besetzung:4w 4m Zeit:Gegenwart Spielzeit:ca. 105 Min. Erschienen bei:Deutscher Theaterverlag, Grabengasse 5, 69469 Weinheim Online bestellen:www.dtver.de E-Mail:theater@dtver.de