Paula Berger, Inhaberin und unangefochtene Chefin des heimischen Bestattungsbetriebes, ist soeben verstorben. Inmitten der Feierlichkeiten mit Maskenball anlässlich des örtlichen Schützenfestes.
Zumindest geht ein Teil der Familie von ihrem plötzlichen Tod aus. Im Sarg liegt zwar tatsächlich Paula, aber quicklebendig. Mit Hilfe ihres Enkels Rufus will sie durch ihren fingierten Tod herausfinden, wie es mit der Treue ihres Mannes und der Liebe und Loyalität der anderen Familienmitglieder bestellt ist.
Rufus ist nicht gerade begeistert, Omas Komplizen zu spielen, doch er muss sich vorerst fügen, da sie zu viel von ihm weiß. Auch Pastor Scherwani ist in die Sache eingeweiht.
Als jedoch plötzlich eine echte Leiche und ein echter Kommissar auftauchen, gerät die Verschwörung aus den Fugen.
Paula Berger
Bestatterin, Ende 60 Jahre (155 Eins.)
Rufus Berger
ihr Enkel, ca. 26 Jahre (278)
Hans Berger
Paulas Mann, Ende 60 Jahre (106)
Janina Richter
Tochter zu Paula und Hans, ca. 46 Jahre (119)
Heinrich Richter
ihr Mann, Ende 40 Jahre ( 53)
Marlena Linke
Rufus' Freundin, Mitte 20 Jahre (80)
Karl Schappmann
örtlicher Pfarrer, ca. 41 Jahre (63)
Uschi Brunner
Sekretärin des Pfarrers, ca. 38 Jahre (59)
Albert Weber
Kommissar aus der Stadt, ca. 36 Jahre (40)
Die Schneiderin
ca. 90 Jahre (8)
Vier Sargträger
(zugleich Sänger und Musiker)
Das Stück spielt in einem kleinen Ort in Norddeutschland. Es ist Februar. Die Geschichte beginnt im Ausklang des Feuerwehrballs mit Maskerade.
Für Freilichtspiele geeignet.
Dreigeteilte Bühne: Links Friedhof mit Geräteschuppen, in der Mitte die Tischlerei und rechts ein Flur.
Friedhof
Am linken Portal beginnt die Bühne mit einer Ecke der kapellenartigen Leichenhalle. Davor sehen wir einen Teil des Friedhofs, der zwei Stufen über Bühnenniveau erhöht liegt. Alles ist verschneit. Am linken Bühnenrand haben wir uns weitere Grabstellen vorzustellen. Sie sind noch mal um zwei Stufen erhöht und werden von einer kleinen Hecke verdeckt. Der Hof wird hinten begrenzt von einem Schuppen, der mit einer etwas windschiefen Tür verschlossen ist. Im Schuppen werden im Winter Bänke, Gießkannen und Harken gelagert sowie auch nicht abgeholte Grabsteine aufgelöster Gräber usw. Rechts daneben die Außenwand des Hauses der Familie Berger, an der eine kleine Bank steht. Hier sieht man, dass das Haus irgendwann mal einfach an die Friedhofswand angebaut wurde. Überhaupt wirkt das Haus sehr „gewachsen“ und im Verlauf mehrerer Jahre zusammengestückelt. Vom Hof aus kommt man durch den nachträglich eingebauten Hintereingang in die
Tischlerei
Gleich neben dem Eingang steht Holz in der Ecke und davor ein kleines Sarglager. Auch unter der Decke hängen aus Platzgründen mehrere Särge, die man mit einer Hubmaschine, der sogenannten „Katze“, herunterlassen kann. An der Außenwand ist ein kleiner Schreibtisch. Rechts ist eine Eckbank mit Tisch. Darüber, auf einem Regal, eine kleine Urnenauswahl. Auch in der Eckbank sind kleine Regale eingelassen. Dann Bestatterzubehör. Im Bühnenhintergrund steht eine Schiebetür halb offen, und wir können die Maschinen der eigentlichen Tischlerei sehen. Davor steht ein Holzofen. Im Raum ist noch ein fahrbarer Metallschrank für die temperaturempfindlichen Farben. Rechts, hinter der Eckbank, geht eine Tür in den
Flur
Dort sehen wir noch den Hauptausgang nach draußen, eine kleine Garderobe und einen Treppenabsatz zu den Privaträumen im ersten Stock. Hinten ein Abgang in die Küche. Vorne an der Wand ein Telefon mit Sitzgelegenheit.
Alles macht, trotz der ganzen Bestattungsrequisiten, einen heimeligen Eindruck. Ein gewisser Investitionsstau ist aber nicht zu übersehen.
Für kleine Bühnen
Es müssen drei getrennte Bereiche sein, die für die örtlichen Verhältnisse passend sind, damit das Versteckspiel funktioniert.
Hier sind Adaptionsideen an die örtlichen Verhältnisse gefragt. Wenn kein Platz mehr für das Grab vorhanden ist, dann könnte man in der Beerdigungsszene auch kurzerhand den Saal zur Kirche und die Besucher zu Beerdigungsbesuchern umfunktionieren. Der Pfarrer könnte sie auffordern, auch aufzustehen, vielleicht sogar mitzusingen und sie einzubinden. Dann würde ein Bild von Paula mit Kranz seitlich reichen, um sie anzuspielen.
Besetzung:5w 5m + 4 Sargträger (Sänger und Musiker) Zeit:Gegenwart Spielzeit:ca. 90 Min. Erschienen bei:Wilhelm-Köhler-Verlag, Ungererstraße 35, 80805 München E-Mail:office@wilhelm-koehler-verlag.de